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Ecuador-Peru - Teil 5: Von Huallanca nach Lima

Im letzten Teil verlasse ich die Cordillera Blanca und fahre durch die Cordillera Central nach Lima. Der Route PB3 aus dem Lateinamerika BikeBuch folge ich von Huallanca über Huánuco weiter bis Cerro de Pasco. Dann wähle ich aber die Fahrt über den Abra La Viuda und durch das Valle Chillón als Alternative zur Carretera Central durch La Oroya. Meine Route führt an dem Park „Bosque de Piedras" vorbei, ist kürzer und verkehrsärmer. Dafür sind weite Teile (noch) nicht geteert.

Huallanca-Chavinillo

Zum Frühstück gibt es heute wieder wie am Vorabend ein Menü. Die restlichen Gäste gehören zu einem Bauarbeitertrupp und sitzen heute schon mit ihren gelben Schutzwesten am Frühstückstisch. Es gibt trocken Brot mit Tee, warmen Ananassaft und als zweiten Gang Rinderstreifen auf Pommes mit Reis. Das Ganze soll 5 Soles kosten, aber mangels Wechselgeld muss ich dann doch 10 Soles da lassen.

Im Hotel gab es keinen Zimmerschlüssel für mich. Am Vortag wurde mir von der Rezeptionistin aufgeschlossen. Heute morgen ist der Schlüssel leider erstmal nicht verfügbar, und ich muss erstmal warten, bis das geklärt ist.

Ich habe leichte Halsschmerzen. In der Apotheke in "La Union" verkaufen sie mir Paracetamol, vor der Apotheke Cocablätter.

Die 3N ist wurde ungefähr 2008 bis Huánuco geteert. Sie ist nicht breit, teilweise einspurig, aber dafür gibt es auch wenig Verkehr. Mittlerweile löst sich der Asphalt schon wieder auf. Es geht zunächst im Tal des Rio Vizcarra bis Tingo Chico meist bergab. Dann im Tal des Rio Marañon wieder hinauf.

In Chavinillo gibt es zwar ein fast neues Hostal. Sonst ist es aber ein sehr einfaches Dorf. Auch hier wird im Straße erneuert und es ist alles extrem staubig. Mehr als ein Brathähnchen mit Pommes und Tee ist heute nicht drin.

Chavinillo-Huánuco

Frühstück gibt es auch nicht in Chavinillo. Das hole ich dann in dem sympathischen Dörfchen Ayapitec nach. Es liegt direkt unter der Felsformation, die Corona del Inca genannt wird. Kaffe gibt es nicht, dafür aber Quinua, ein warmes Getränk mit den Quinua Körnern. Was es noch besser schmecken lässt, ist die Aussicht auf 2000m Abfahrt bis Huánuco. Kurz vor Huánuco ist dann Zeit für eine Besichtigung der Ruinen von Kotosh.

Huánuco-Cerro de Pasco

Nach einem Tag Pause im quirligen Huánuco beginnt der Tag mit arroz con leche mit Mazamorra. Das ist schon mal eine gute Grundlage für die 2400 Höhenmeter, die bis Cerro de Pasco zu überwinden sind.

In San Rafael wird gefeiert und ich werde zu Suppe, Kaffee und Teilchen eingeladen. Es gibt mehrere Bandas, die im Dorf umherziehen und Huayño spielen. Leute in Tracht machen Tänze.

Im letzten Ort vor Cerro de Pasco warte ich eine Regenschauer ab. Einige Kilometer weiter ist die Straße aber schon wieder trocken. In Cerro de Pasco, der nach eigenen Maßstäben höchstgelegenen Stadt der Welt und Hauptstadt der Mienen, ist es wie versprochen kalt und regnerisch. Der Ort hat sich direkt um den Tagebau entwickelt, deshalb wird die Grube auch passenderweise als größte Plaza de Armas bezeichnet.

Cerro de Pasco - Bosque de Piedras

Nach einem desayuno completo geht es heute nur einen halben Tag weiter über die Hochebene zum Santuario Nacional de Huayllay, der auch Bosque de Piedras genannt wird. Nach dem Lesen der Artikel Road Trip zum Bosque und Bosque de Piedras habe ich die dort beschriebene Hütte von Cristobal gemietet. Sie liegt direkt im Santuario.

Mittlerweile kommt man komplett auf einer neu geteerten Strasse bis Huayllay. Leider weist aber noch ein alter Wegweiser auf Schotterwege, auf denen ich über ein Stunde rumirre.

Schlimmer ist der Vorfall etwas später. Wie so oft möchten mich drei Hunde etwas begleiten. Der letzte wird dabei aber von einem Geländewagen überrollt. Der Fahrer hält nicht an, der Hund bleibt auf der Strasse liegen. Immerhin war das Ganze für mich soweit ungefährlich, da der Fahrer keinerlei Ausweich- oder Bremsmanöver versucht hat.

In Canchacucho ist das Infozentrum des Santuario. Am Nachmittag klart es ein bisschen auf und ich kann ein der drei Ruten im Park mit dem Rad abfahren.

Bosque de Piedras - Cullhuay

Es gibt Frühstück pünktlich um 6 Uhr bei Sn. Cristobal: Panqueques mit Manjar Blanca und Haferbrei. Dazu noch einen Tee auf den Weg und eine nette Unterhaltung.

Bis Huayllay haben die Mienenbetreiber für asphaltierte Strasse gesorgt. Nach Canta folgt Schotterweg. Noch, denn die Strasse soll von Lima bis zur Carretera Central in den nächsten Jahre komplett asphaltiert werden. Dass das dem Reiseerlebnis gut tut, glaube ich eher nicht. Es gibt kaum Verkehr und immer wieder schöne Aussichten auf Seen und vergletscherte Berge.

Am Pass (Abra Viuadra, 4680m) fängt es an zu regnen und leider ist von der Landschaft dann nicht mehr viel zu sehen. Der nächste Ort ist Cullhuay, wo ein überdachter Campingplatz zum Aufwärmen der Finger und vorzeitigem Abbruch verlockt. Es ist ein kleines Nest, wo das einzige Restaurant heute mal nicht aufmacht. Immerhin gibt es mehrere kleine Läden.

Cullhuay-Canta

Heute ist nur das von gestern übriggeblieben Stückchen Weg bis Canta zu erledigen. Dort möchte ich noch eine Unterkunft in Lima reservieren. Ich würde gerne eine private Unterkunft via wimdu oder airbnb buchen, aber die Anbieter pflegen ihre Kalender mit den freien Zimmern nicht richtig. Deshalb ist das Suchen langwierig und zieht sich schon einige Tage hin. Canta ist eines der Winterziele,wo die Limeños die Sonne suchen. Dementsprechend gut ist die Auswahl an Unterkünften und Frühstücksmöglichkeiten.

Canta-Lima

Heute steht die letzte Etappe bis Lima durch das Valle Chillón an. Die ersten Kilometer fliegen auf nagelneuem Asphalt vorbei. Dann halten Baustellen auf. Am Ende ist die Piste eine einzige Staubwolke.
Irgendwann stosse ich auf einen Obststand mit frischen Chirimoyas aus der Gegend. Ein Fest. Das Tal weitet sich und es wird immer mehr Obst und Gemüse angebaut. Die Berge selbst sind karg und sandig, im Tal sorgt Bewässerung für grün. Dann kommen die ersten Vororte von Lima und es geht mehrspurig Richtung Lima. Dort treffe ich irgendwann auf den Expressweg, wo ich mich dann für den Umstieg auf ein Taxi für die letzten 9 km ins Viertel Surco entscheide.
Bei besserer Planung wäre das gar nicht nötig gewesen, denn Lima ist gar nicht so fahrraduntauglich. Wie ich später bei einem Ausflug mit Bike Tours of Lima erfahre, verbindet ein Radweg auf der Via Arequipa das Zentrum mit Miraflores. Sonntagmorgens ist hier der Autoverkehr sogar ganz gesperrt.

Nach all dem Buchungsaufwand ist die private Unterkunft enttäuschend und ich ziehe nach einer Nacht weiter ins heimelige D'osma B&B. Nicht weit vom Strand und direkt im Zentrum von Barranco. Ein schöner Ort, um die Reise entspannt ausklingen zu lassen.

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gekuerzt-wegpunkte-Huallanca-Lima.gpx (548 km, 5900 hm, 7 Tage)