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Trans España - Pyrenäen

Bei meiner Trans España stand zunächst die Querung der Pyrenäen an. Natürlich habe ich da in Richtung einer Transpirenea Strecke recherchiert. Aber die sind einerseits nicht in meiner Richtung und andererseits für das Reiserad nicht unbedingt geeignet.

Die Eckpunkte für die Durchquerung waren der Col Du Portet, der Ordesa Nationalpark und zum Ausklang das Kloster San Juan. Für einen Besuch eher in der Mitte des Gebirgszugs sprechen wohl auch klimatische Gründe, denn Richtung Atlantik sollen Niederschläge wahrscheinlicher werden.

In Frankreich

Direkt in Tarbes gibt es leider keinen Campingplatz. Der nächste in meiner Richtung liegt in Monloo. Dort hatte ich mich angemeldet, aber als ich dort kurz vor Mitternacht ankomme, ist die Rezeption geschlossen.

Das ist am nächsten Morgen beim Aufbruch immer noch so und ich werfe das Übernachtungsentgelt in den Briefkasten und fahre los. Es folgt ein schöner Pass zum Einfahren, der Hourq de Ancizan. Es geht beschaulich bergauf und Schilder weisen den Radfahrer regelmäßig auf die verbleibende Strecke hin. Oben genießen die Kühe die letzten Tage draußen. Nach einem Nickerchen geht es weiter zum nächsten Städtchen, wo Käse und Wein an Bord genommen werden. Dann auf dem Zufahrtsweg zu einem Retortenskiort Richtung Col Du Portet.

Zur Übernachtungszeit finde ich nichts besseres als den Parkplatz am Skilift. Der ist immerhin sehr schön eben.

Nach Spanien

Der Col Du Portet ist im Radreiseforum als Teil dieses sehr kurzweiligen Berichts beschrieben. Problemlos geht es auf geschotterten Wegen, die für die Unterhaltung des Skigebiets genutzt werden, bis zum Pass. Auf dem Weg haben Schäfer ihre Schafe in einen Tunnel getrieben und verladen sie von dort in Lastwagen. Später wird mir ein Gastwirt etwas über die Transhumanz beibringen. Oben werden die Skilifte für den Winter vorbereitet.

Auf dem Weg nach unten hoffe ich auf eine Rast in einer Berghütte am Lac de l'Oule. Diese ist aber im Umbau und stattdessen gibt es nur eine kurze Rast an der gößtenteils abgelassenen Talsperre. Erst nach der Abfahrt auf Wanderwegen und Asphalt dann die mittägliche Stärkung direkt an der Hauptstraße (D929).

Vor dem Tunnel Aragnouet-Bielsa steht nicht einmal das befürchtete Verbotsschild für Fahrräder. Eine Fahrtrichtung ist wegen einer Baustelle gesperrt, aber für mich bestens befahrbar. Da es zusätzlich bergab geht, ist der Tunnel schnell und stressfrei passiert.

In Bielsa gibt es einen feinen Campingplatz mit Waschen, Trockner und freiem WLan. Im Zentrum sind gerade Bilder aus den 40ern ausgestellt.

Parque Ordesa

Hinter Bielsa teste ich mal kurz einen der Wanderwege (GR-15). Der ist verlockend, weil er auf der anderen Seite des Flusses entlangführt als die Straße. Ich merke allerdings schnell, dass der Weg nicht für das Tourenrad geeignet ist, und muss zur Straße zurückkehren. Was aber nicht weiter schlimm ist, denn bald beginnt der Cañon de Añisclo, durch den eine sehenswerte und wenig befahrene Panoramastrecke führt.

Das Bistro am Ortseingang von Fanlo hat tatsächlich auf, obwohl (noch) keine Gäste dort sind. Von dort hat man einen schönen Blick auf den gegenüberliegenden Berg, auf dem sich ein verlockender Weg entlangschlängelt. Es ist die "Pista de las Cutas" und laut den Einheimischen in 4 Stunden zu schaffen. Das könnte heute noch hinhauen, und so lasse ich mir noch Schafskäse einpacken und mache mich auf den Weg zurück nach Nerin.

Die Pista ist für Fahrräder frei und ich begegne dort nur einem Polizeiwagen und einem Bauern, der seine Kühe abholt. Unterwegs schrecke ich einen Geier auf, der kurz vor mir aufsteigt. Er ist enorm groß und ich frage mich, wer hier eigentlich aufgeschreckt sein sollte. Das Panorama ist beeindruckend. Zur Strafe werde ich bei der Abfahrt ordentlich durchgeschüttelt.

Erst in der Dämmerung komme ich auf dem Campingplatz in Torla an. Das Restaurant dort ist noch geöffnet, aber zu Essen gibt es nur Chips und um zehn ist bereits Feierabend. Komisch, etwas weiter im Süden machen sie um diese Zeit erst auf.

Torla - Santa Cruz de la Serós

Bei besten Bedingungen hätte ich von Torla einen Ausflug ohne Gepäck gemacht. Da aber Regen angesagt ist, mache ich mich auf Richtung Monasterio. In Garvín komme ich zusammen mit einer Gewitterschauer an. Dank des Restaurants im Ort ist ein Cappuccino die einzige Flüssigkeit, die ich abbekomme.

Weiter geht es auf der Via Láctea. Ich fahre auch ein kurzes Stück Camino de Santiago, das aber direkt neben der Straße entlangführt.

Übernachtung in den Apartments Rural Espantabrujas. Es gibt dort auch ein Lokal mit Holzkohlengrill und regionalen Spezialitäten.

Kloster San Juan de la Peña

Nach einem kurzen Anstieg wird das Kloster San Juan im Rahmen des Kulturprogramms besichtigt. Danach geht es auf geteerten Sträßchen abwärts, wo ich mir als Zeitvertreib ein Rennen mit einem Wohnmobil leiste. Bei den Mallos de Riglos öffnet sich die Landschaft und wird leicht hügelig.

Heute ist Festtag, der Dia del Pilar. Deshalb gibt es beim Bäcker ein feines Stückchen Torte und es passen auch noch einige süße Leckereien in die Taschen.

Ich übernachte neben einer Obstwiese. Ein Fuchs beobachtet mich beim Fotografieren des Zelts mit Sternenhimmel. Der Preis für das Fotoexperiment ist ein Zweig im Auge.

Bardenas Reales

Sternenhimmel in der Nacht bedeutet Aufwärmungen am Morgen. Zum ersten Mal vermisse ich die langen Handschuhe. Um Ejea ist das Gelände flach. Erst der Naturpark Bardenas Reales bietet wieder Abwechslung und lädt mit ausgeschilderten Radstrecken zu einem Umweg ein.

Der Park ist beeindruckend und die Aussicht wird nur durch die selbstgebaute Augenklappe geschmälert, mit der ich mein gereiztes Auge schonen möchte. Das sieht sicher nicht schön aus, allerdings stört es auch niemand, denn erst am Ende der Strecke begegne ich überhaupt anderen Radfahrern.

Übernachtung direkt am Ebro.

Der nächste Abschnitt führt durch die Meseta nach Madrid.

Export-Pirineos.GPX (370 km, 5 Tage)