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Radrunde Costa Rica - Teil 1

Schon kurz nach der Ankunft gibt es die erste Lektion in Sachen Orientierung: Ich gebe dem Taxifahrer die Adresse meiner ersten Station, dem Los Alemanes. Allerdings fährt er nicht los, sondern telefoniert erstmal mit dem Hotel. Wie sich später herausstellt, habe ich das Postfach für die Adresse gehalten. Richtige Adressen und Strassen mit Hausnummern sind in Costa Rica nicht angesagt. Dem Taxifahrer reichte dann als Angabe "gegenüber dem Friedhof".

Im Los Alemanes bei Gitty und Kalle kann ich meinen Fahrradkarton für die Dauer der Reise unterbringen. Das ist ein sehr netter Service. Nachdem das Rad ausgepackt ist, mache ich eine erste Runde Richtung Poàs.

Alajuela - Catarata del Toro

Beim Frühstück gibt Kalle einige Tipps für die Reise. Ich möchte Richtung Arenal und er empfiehlt Richtung Sarchí zu fahren und dann über Bajos del Toro. Gesagt, getan. Bis Sarchí geht es erstmal an der Hauptstrasse lang. Mir kommen zwei andere Radtourer entgegen. Der erste freut sich wie ein Schneekönig und winkt wie verrückt. Ich grüße lässig zurück. Am Ende der Tour wird mir klar sein, warum sie sich so gefreut haben: es gibt nicht viele von unserer Sorte hier.

Nach Sarchí geht es dann bergauf. Meine Karte gibt nicht übermäßig viele Informationen bezüglich der Höhenmeter. Vielleicht habe ich es auch etwas schnell angehen lassen, jedenfalls muss ich die letzten Meter zum Pass schieben. Hier darf ich auch schon mal meine langen Sachen und das Regenzeug auspacken. Es geht ein ordentlicher Wind und es ist regnerisch und neblig. So hatte ich mir das in Costa Rica nicht vorgestellt! Immerhin gibt es ein freies Zimmer im Catarata del Toro - ich bin sogar der einzige Gast. Noch wundere ich mich darüber.

Catarata del Toro - San Mateo

Vor dem Frühstück will ich den Wasserfall besichtigen. Es regnet aber immer noch und der Wasserfall ist nur zu hören, aber komplett im Nebel. Beim Frühstück kann man Kolibris beobachten, die hier mit Zuckerwasser angelockt werden. Willem, der holländische Besitzer, meldet für die nächsten 4 Tage schlechtes Wetter auf der Karibikseite. Worunter auch mein nächstes Ziel, der Arenalsee fallen würde. Im Zentraltal und auf der Pazifikseite ist aber alles gut. Hm. Also wieder zurück über den Pass? Wenn man sich das Wetter aussuchen kann, dann halt zurück. Es geht steil rauf, dafür ist wenig Verkehr. Die Leute winken mitleidig, zeigen Daumen hoch oder hupen! Anfangs ist mir nicht klar, wie das Hupen gemeint ist. Aber es ist positiv gemeint und motiviert. Schon auf der Fahrt ist es heller geworden und in Zarcero ist bereits wieder feinster Sonnenschein.

In Zarcero beschreiben mir zwei Einheimische eine Abkürzung nach San Ramón. Damit spare ich einige Kilometer auf der Hauptstraße, die dann aber gar nicht so viel befahren ist, wie es in Zarcero noch aussah. In San Ramón fahre ich an die Tankstelle um den Luftdruck zu prüfen. Prüfgerät ist aber Fehlanzeige, das geht hier mit dem Daumen.

Ich bin heute besser drauf als gestern und beschliesse noch weiter Richtung Pazifik zu fahren. Die Panamericana ist nicht einladend: für meinen Geschmack zu viel Verkehr. Ich fahre stattdessen über die kleinen Orte Berlin und Llano Brenes nach San Mateo. Ab Llano Brenes wird der Weg dann zur Piste. Während ich beim Hochfahren noch über das Gewicht der Federgabel gegrübelt habe, bin ich jetzt doch froh, so ein Ding zu haben. Es wird nicht die letzte Piste sein und mein Netbook freut sich sicher auch über den Komfort.

Weil es bereits dunkel wird, frage ich an einer Pizzeria am Ortseingang von San Meteo nach einer Unterkunft. Der Pizzamann empfiehlt das Rancho Oropéndola und ruft sogar noch dort an, um nach dem Preis zu fragen.

San Mateo - Puntarenas

Von San Mateo zur Fähre nach Puntarenas ist es nur eine Vormittagsfahrt. Hier muss ich aber doch ein Stück Panamericana fahren. Zum Ausgleich gibt es dann die letzten Kilometer einen Fahrradweg.

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Teil1.gpx (160 km, 2,5 Tage)