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Radrunde Costa Rica - Teil 2

Nachmittags geht es von der Fähre nach Paquera weiter Richtung Cóbana. In Tambor bleibe ich im Cabinas Christina, das dort günstig an der Straße zum Strand liegt. Auf der Terrasse dort sitzt ein Tico, der nach der Erlaubnis fragt, mein Fahrrad fotografieren zu können. Hm. Erstmal freue ich mich natürlich, dass mein Fahrrad ein Foto Wert ist. Danach mache ich mir aber doch etwas Sorgen: Schickt er das Bild weiter an jemanden der das Rad dann klaut? Nein, er gibt mir später noch seine Karte und fragt, ob ich das Rad am Ende der Tour verkaufen möchte. Kaum einer kann glauben, dass Condor das Rad für 80 Euro hin- und zurücktransportiert. Trotzdem haben mich doch mehrere Leute wegen Diebstahlgefahr gewarnt. Als Folge habe ich mein Rad auch meistens mit aufs Zimmer genommen. Das war immer möglich, manchmal haben die Hotelangestellen sogar ausdrücklich gesagt, dass ich mein Rad doch mit reinbringen soll.

Abends gibt es Fisch. Frisch. Der Fischer bringt den Fang persönlich vorbei und ich darf mir mein Abendbrot aussuchen.

Ich habe ja auch die Angel dabei und nachmittags machte ich eine tolle Entdeckung beim Baden in der Bucht: Es gibt hier riesige Schwärme von Kleinfischen. Die Pelikane bedienen sich hier spektakulär und Raubfische sind auch unterwegs. Weiterfahren oder Bleiben?

Tambor - Playa Coyote

Während abends einige Angler erfolglos unterwegs waren, kreisen am morgen schon die Geier am Strand: Einheimische haben hier einige schöne Jacks (Jurel) gelandet. Ich fahre trotzdem weiter. In Cóbano gibt es Frühstück und ich will heute bis Manzanillo. Das ist aber auf der OSM Karte noch nicht drauf, was ich erst 4 km später merke. Ich fahre weiter, was etwas Abenteuer verspricht: es gilt zwei Flüsse zu durchqueren. Es ist aber hier um diese Jahreszeit kein Problem. Das wird mir später auch noch anders gehen.

In Playa Coyote möchte ich zum Pacific Guesthouse, einer Empfehlung des Reiseführers. Als ich dort vor der Tür stehe, erstaune ich Prospero, den Schweizer Inhaber, der zu seiner Frau ruft: "Kundi, ein Velofahrer!". Ich habe Glück, ein Zimmer ist frei. Es ist riesig. Die Küche ist draußen, daneben sind die Hängematten mit tollem Blick auf den Pazifik.

Beim Bestellen des Zimmers hatte ich etwas gezögert, weil ich zum Essen noch Richtung Strand oder nach San Francisco de Coyote fahren müsste. Kurz darauf kommt Prospero zurück. Er sagt, dass sie Gäste haben und sie mich zum Essen mit einladen würden. So komme ich in den Genuß, den Abend bei Nico's verbringen, einem inzwischen leider geschlossenen Restaurant direkt am Strand. Danke nochmal für die Einladung! Danach noch Sternegucken von den Liegen am Pool des Guesthouse.

Zum Frühstück gibt es hausgemachte Marmelade. Der Garten gibt momentan Carambols her, die zu einem selbstgemachten Fresco weiterverarbeitet werden. Ich bleibe noch für zwei Tage hier und besuche die Pretoma Schildkrötenstation am Playa Caletas und mache einen Angelversuch am Rio Bongo. Zum Abschied lädt mich Kundy zu einer Tomatensuppe ein, die Lust macht mal ein ganzes Menü hier zu essen.

Playa Coyote - Tambor

Leider ist die Angelsituation am Strand eine ganz andere als in der geschützen Bucht von Tambor. Deshalb möchte ich nochmal zurück nach Tambor. Vor der Weiterfahrt entsorge ich aber erstmal die Plastiktrinkflaschen: Das Wasser schmeckt daraus übel, sie sind nicht hitzeresistent. Es bleibt der einzige Materialausfall während der Tour.

Diesmal geht es nicht an der Küste lang. Prospero empfiehlt mir stattdessen einen Waldweg bis zum Rio Frio. Dann auf guter Piste bis San Ramon de Rio Blanco. Hier mündet der Weg in einen Wanderweg. Ich frage weiter und verstehe kein Wort. Der Tico malt mir schließlich den Weg in den Sand und ich verstehe. Es geht rauf, auf einem Grat zwischen den Hügeln gibt es eine tolle Aussicht und fast keinen Verkehr. Ich treffe ein Motorrad und ein Auto. Dann geht es runter zur Hacienda Esperanza und weiter entlang am Rio Arío. Von hier zweigt der Weg Richtung Cóbano, wo ich kurz vor dem Ort auf die Strasse Richtung Tambor stosse. Es ist der erste geteerte Weg heute.

Es gab viel zu sehen heute: Papageien, ein Gürteltier, ein Eisvogel. Leider war es etwas viel Sonne, obwohl es nachmittags sogar bedeckt war. Ich tausche die mitgebrachte 30er gegen lokale 70er Creme.

Tambor - Puntarenas

In Tambor gibt es weder Pelikane noch Fischschwärme. Deshalb geht es am Nachmittag zurück zur Fähre. Nachmittags fahren ist sehr angenehm. Heute muss ich aber die Oberschenkel schonen, weshalb ich mit meiner 3/4 langen Regenhose fahre. Nicht schön aber nützlich. Die neue 70er Creme läuft in kleinen Rinnsalen die Beine runter.

Ich habe eine Prepaid Karte von ICE, die ich in einem Supermarkt in Paquera aufladen möchte. Man bezahlt bekommt sofort eine SMS als Bestätigung. Ich verstehe nicht, dass ich nach der SMS sehen soll. Ich beschäftige 3 Leute im Supermarkt. Endlich schaue ich nach, was mensaje bedeutet und alles wird gut.

In Puntarenas ist es schon dunkel. Als ich zwei Ticos nach dem Weg frage, fährt einer mit dem Rad mit mir und zeigt mir das Hotel. Es gibt mal wieder keine Strassennamen. Eigentlich schade, denn Puntarenas besteht aus einem Schachbrettmuster. Man müsste die Strassen nur nummerieren, so wie es auf meiner OSM Karte auch eingetragen ist. Nur kennt keiner diese Nummern.

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Teil2.gpx (190 km, 3 Tage)