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Radrunde Costa Rica - Teil 4

Chachagua - El Castillo - Los Heroes

Frühstück ist heute nicht inklusive und auf dem Weg von Chachagua nach La Fortuna hat noch alles geschlossen. Liegt es daran, dass heute Samstag ist oder haben die Ticos ihren Sieg gestern gegen Panamá zu ausgiebig gefeiert? In La Fortuna angekommen sind nur Wolken, wo ich den Vulkan vermute. Ich frühstücke in einer Soda am Ortsausgang, es gibt öden Orangensaft statt hausgemachter Frescos. Als Entschuldigung lasse ich gelten, dass eine Frau für Ticketverkauf, Bedienung und Küche alleine zuständig ist. Dafür wird der zweite Kaffee nicht berechnet. Doch nicht so schlecht hier. Und jetzt ist auch der Vulkan zu sehen.

Ich möchte auf der Piste auf der Westseite des Arenalsees fahren und fahre nach El Castillo, wo ich die Schmetterlingsfarm besuche. Ich darf mein Fahrrad in den Kassenraum stellen. Im Labor direkt hinter dem Eingang gibt es erstmal eine private Führung auf spanglish. Ein Praktikant, der hier seit einigen Wochen gegen Kost und Logis arbeitet, erklärt die Volieren mit den Schmetterlingen. Ein anderer zeigt die Frösche, u.a. auch einen Pfeilgiftfrosch. Es gibt auch Orchideen, die aber noch nicht blühen.

Genug Pause, es geht weiter. Doch bei Rancho Margot ist Schluß. Der Fluß ist zu fett. Ich prüfe nochmal den Trail von Thomas. Ja er war wirklich da, 30 m entfernt, auf der anderen Seite. Aber es geht nicht weiter, ich habe schon oft genug in Flüssen gestanden. Und hier würde es mich wegspülen. Vielleicht käme ein Pferd durch...

Es nützt nichts. Ich muss mich geschlagen geben. Es hatte bis vor 3 Tagen mehrere Tage geregnet, so wie Willem es vorhergesagt hatte. Dann übernachte ich halt in der Schweiz, wenn auch nur in der kleinen. Es ist ja auch nicht der Vierwaldstädtersee sondern der Arenalsee.

Lake Arenal - Bijagua

Heute wird mit Bircher Müsli in den Tag gestartet und als Proviant gibt es noch einen Apfel. Es wird ein ruhiger Sonntagsausflug bis Arenal. Der Wind ist hier zu hause, kommt aber meistens von der Seite oder schiebt sogar. Auf dem Weg Richtung Tierras Morena gibt es nochmal einen schönen Ausblick über den See zum Vulkan Arenal. Mittagspause ist bei einer Windfarm, wo ich mir den Apfelkuchen vom deutschen Bäcker in Arenal schmecken lasse. Nicht schlecht, aber die Ticos können auch Kuchen backen.

Nach einigen Kilometern Piste komme ich auf die Strasse von Las Cañas nach Upala. Die ist etwas stärker befahren, in Bijagua gibt es dann wieder ein kurzes Stück Piste bis zur Heliconia Lodge. Bei der Lodge gibt es Kolibris in freier Wildbahn zu bestaunen. Genau so wie den Blick zum Volcán Miravalles und zum Nicaragua See.

In Bijagua gab es einen frischen Papayasaft für 500 Colones. Später habe ich zwei Äpfel für 700 Colones gekauft. Wieso sind die so teuer? Die Aufkleber verraten es: sie sind aus Chile! Es gibt wirklich viel Obst in Costa Rica: Bananen, Erdbeeren, Melonen, Mangos, Kokosnüsse. Noch exotischeres wie Maracujas und Granadillas. Und tausend andere. Nur eben keine Äpfel und Birnen. Die gibt es für mich dann eben erst wieder in Deutschland.

Bijagua - La Paz

Morgens gehe ich die sehr schön angelegten Wanderwege. Ich bin der erste an diesem Vormittag und vielleicht trete ich deshalb fast auf die Korallenschlange, die würdevoll am  Weg langkriecht. Nach dem Zählen der Streifen ist aber klar, dass das hier nur eine Hochstaplerin ist. Ich will trotzdem Mißverständnisse vermeiden und verzichte auf eine Belästigung mit meiner Handykamera. Dann geht es weiter hoch zu einem Kratersee. Es ist noch anderes Getier unterwegs, Eichhörnchen mit kurzem Schwanz und pelzige Wesen, die aussehen wie Monstereichhörnchen. Nach dem Abstecher zum See geht es auf dem Wanderweg weiter, der auch drei Brücken zu bieten hat. Eine ist besonders spektakulär in der Mitte an einem Baum aufgehängt.

Nachmittags Weiterfahrt nach La Paz. Das ist exklusiv für Radfahrer: die Autobrücke über den Rio Celeste ist noch in Arbeit. In der Rio Celeste Lodge bin ich wieder der einzige Gast, diesmal extrem: Als ich zwei Ticas nach einer Unterkunft frage, stellt sich heraus, dass die beiden in der Lodge arbeiten und gerade geschlossen hatten. Eine der beiden, Maria, geht mit mir zurück, gibt mir ein Zimmer und macht das Abendessen. Es wird zum Arbeitsessen, Maria gibt mir Sprachunterricht.

La Paz - La Fortuna

Morgens ist wieder Wanderzeit, es geht um die Sehenswürdigkeiten des Rio Celeste: Catarata, Teñideros, Aquas Termales und Laguna Azul. Ich bin früh und kann so erstmal ein Bad alleine in der Thermalquelle nehmen. Das Bad ist geschickt im Fluß mit Steinen angelegt: die am Austritt sehr heiße Quelle vermengt sich mit der richtigen Menge Frischwasser.

Die Radstrecke heute ist eher Verbindungsweg als Genuß. Erst Piste bis San Rafael de Guateso. Ab dort gerade und ebene Strecke. Nach 15 Minuten kann ich nicht mehr sitzen, geradeausfahren ist anstrengend. Dann kommen endlich wieder Hügel. In Monterrey gäbe es ein Hotel, aber ich will noch weiter. Danach gibt es keine Unterkünfte mehr und ich muß wieder nach La Fortuna.

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Teil4.gpx (230 km, 4 Tage)