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Trans España - Ebro und Meseta

Dieser Abschnitt ist der agilste meiner Trans España. Der Pyrenäen-Abschnitt endete am Ebro. Von dort bestimmt die Planung einzig das nächste Ziel Madrid. Die positiven Überraschungen auf dem Weg: der Parque "Bardenas Reales", die mittelalterliche Stadt Sigüenza, der anschließende Parque Rio Dulce und die MTB-Strecken vor Madrid. Normal die Reisestrecken auf der Ebene. Eher unerfreulich sind die letzten Kilometer vor und in Madrid.

Auf die Meseta

Heute steht zunächst ein Stück Via Verde auf dem Programm. Bahnstrecken als Radwege kenne ich auch aus dem Ruhrgebiet, aber hier gibt es gleich noch einen alten Bahnhof dazu. Außerdem gibt es im Ruhrgebiet nicht den Blick auf den Moncayo, der zum iberischen Gebirge gehört.

Der Berg hat sich in Wolken gehüllt. Oder besser, der Wind hat ihm Wolken aufgebürstet. Beim Rauffahren mache ich dann auch persönlich mit diesem Wind Bekanntschaft. Er kommt mir genau entgegen, was sich leicht an den direkt auf mich zukommenden Tumbleweeds erkennen lässt.

Kurz vor Ágreda geht die N-122 in eine Autobahn über. Ich kann eine alte Straße direkt neben der scheinbar neuen Autobahn nutzen, eine offizielle Auffahrt darauf gibt es allerdings nicht. Der Wind drückt mich gegen die Leitplanke und ich bleibe selbst bergab stehen. Deshalb beende ich den Radtag schon am frühen Nachmittag im Hostal Doña Juana in Ágreda. Eine gute Entscheidung, denn kurze Zeit später fängt es an zu regnen.

Hier sind die Essenszeiten schon spanischer als noch in Torla: Erst ab 21:00 Uhr öffnet das Restaurant. Bis dahin habe ich aber meinen Hunger im Bistro schon mit einem Bocadillo gestillt.

Pläne

Das Brot wird erst nach dem Frühstück geliefert, dafür gibt es Kuchen, Saft und Croissant. Der Plastikverschluss meiner Trinkflasche bricht in der morgendlichen Frische. Nach zwei Stunden brauche ich einen Kaffee zum Aufwärmen. Die Bar ist erstaunlicherweise rappelvoll.
Jetzt liegt endloses Kurbeln auf gerader Strecke an. Die Straßen sind wie Bundesstraßen angelegt und haben den Verkehr von Landstraßen, dessen größten Anteil Schweinetransporter auszumachen scheinen.

In Barahoni unterbricht ein Hügel mit Rundumsicht die Pläne. Das Tagesziel Sigüenza ist ein überraschend schickes mittelalterliches Städtchen. Mit entsprechender Infrastruktur: Übernachtung in einer sehr schicken Casa Rural für 60 Euro mit Frühstück.

Rio Dulce

Durch Sigüenza verläuft auch der Camino del Cid. Leider ergibt sich daraus keine lohnenswerte Strecke für mich. Nett ist aber das Naturschutzgebiet Rio Dulce, das hauptsächlich Touristen aus der Gegend bis nach Madrid anzieht. Der kleine Umweg im heutigen Track erklärt sich daraus, dass ich einem Trail bergab gefolgt bin. Der dann sofort mit Wiederanstieg auf der Straße bestraft wird. Danach noch 38 km Kurbelei auf welligem Gelände bis Guadalajara.

Urbane Übernachtung im Hotel España für 35 Euro. Es spielt Spanien gegen Frankreich und erstaunlicherweise sind die Kneipen leer. Ein Wirt spricht von übermäßigen Eintrittspreisen.

Madrid

Nach dem Verlassen von Guadalajara in Richtung Madrid gibt es erst mal noch Trails. Trotz Werktag treffe ich zwei Mountainbiker. Das GPS kennt einige der Trails, aber nicht vollständig. Deshalb entschließe ich mich dann, einfach mal eine Abkürzung auszuprobieren. Nachdem ich hartnäckig ein "prohibido pasar" Schild übersehen habe, stehe ich schließlich vor einem Tor zu einer Hazienda - von innen. Es hilft nur, Fahrrad und Taschen über das Tor zu hieven.

Zur Belohnung gibt es dann einige hundert Meter Radweg. Danach viel Verkehr. Die Straßen hier sind nach spanischem Schema mit M-### gekennzeichnet. M steht dabei für Madrid und nicht für Motorway wie man angesichts dreispurigem Ausbau vermuten könnte. Hier ist das Radfahren erlaubt. Trotzdem stehe ich irgendwann vor einem Autopista-Schild. Wieder hilft nur das Verlassen der Fahrbahn durch Überwindung einer Absperrung.

Insgesamt unerfreulich, obwohl das GPS auch einige Radwege auf dem Weg zum Zentrum findet. Dort macht das Radeln auch die Temperatur von 25 Grad ganz angenehm.

In Madrid bleibe ich für einige Tage in einem WG-Zimmer, das ich über Wimdu gebucht habe. Waschen, Internet und Tour-Tipps inklusive - besser als ein Hotel. Danach geht es weiter zum transandalusischen Teil, der als versuchtes Dankeschön an das TransAndalus Projekt in englisch geschrieben ist.

WebExport-Ebro-Meseta.GPX (480 km, 5 Tage)