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Von Córdoba nach San Luis

Bis hierher gekommen sind wir von Colonia in Uruguay, weiter geht es über Mendoza nach San Rafael.

Entlang des Valle Punilla

Nach Villa de Totoral verlassen wir die Ebene und fahren in das Gebirge um Córdoba, die Sierras de Córdoba. Zuerst schauen wir uns die Höhlen in Ongamira an und übernachten einige Kilometer dahinter auf einem erst kürzlich eingerichteten Campingplatz. Der Kiosk ist noch in Planung, trotzdem bekommen wir Proviant für das Abendessen vom Besitzer aus seiner Vorratskammer: Brot, Tomaten und Leberwurst. Die heisst hier auch genau so.

Am nächsten Tag erreichen wir vorwiegend auf Schotterwegen San Marcos de Sierra. Das Dorf ist irgendwie anders. Ökoprodukte und Esoterisches finden sich überall in den Läden. Auf dem Markt gibt es Hausgemachtes wie Eintöpfe und Backwaren. Auch unser Hostel ist bunt und alternativ. Wir haben es über Warm Showers gefunden und dürfen kostenlos im Garten zelten.

Bei der Weiterfahrt wagen wir zum ersten Mal wieder eine wilde Übernachtung. Wir hatten uns bei unserem Gastgeber erkundigt und einen Strand am Fluss ausgesucht. Abends sind wir alleine dort und bleiben es auch, wir werden nicht weggeschickt.

Mit Mallín besuchen wir ein weiteres der sieben Naturwunder Córdobas. Ein Bach hat dort Höhlen geschaffen, in denen die schwalbenähnlichen Chirrios nisten. Das Grundstück ist privat und für den Rundgang wird Eintritt genommen. Daneben ist ein schöner Campingplatz angelegt. Da es weitab liegt von jeglicher Ortschaft und Lichtverschmutzung, können wir am späten Abend noch im Schlafsack draußen liegen und den Sternenhimmel beobachten.

Auch vorher schon haben wir Ansammlungen von Wasserflaschen am Strassenrand gesehen. Das waren keine Müllhalden, sondern Wasserspenden für eine Heilige, die Difunta Correa. Hier sind die Spenden besonders groß und auffällig. Wir nehmen auch an ihrem Schicksal Anteil und lassen einen Schluck zurück.

In Carlos Paz bleiben wir länger und machen zwei Ausflüge per Bus nach Córdoba. Es lohnt sich, die alte Universitätsstadt zu besuchen. Ein weiterer Grund war es, Geld zu holen. In Argentinien gab es zu der Zeit den Blue Dollar. Das war ein grauer Markt wo man Dollar und Euros in Pesos tauschen konnte. Man bekam die Hälfte mehr Pesos als zum offiziellen Kurs. Solange man Dollars dabei hatte, konnte man die quasi überall tauschen. Wenn die dann zu Ende waren, konnte man über Geldversender immer noch vom Blue-Dollar profitieren. Allerdings sind die nur in größeren Städten zu finden. Nach der Wahl Ende 2015 wurde die Preisbindung des Pesos abgeschafft und damit auch der Blue-Dollar. Das war sehr angenehm, weil wir dann wieder Geldautomaten und Kreditkarte ohne Kursverlust benutzen konnten. Auch wenn der neue, freie Wechselkurs etwas unter dem Blue-Dollar Kurs lag.

Die Unterkunft mit Küche nutzen wir auch dazu, uns selbst Müsliriegel zu backen. Für den ersten Versuch überhaupt und ausserdem mit einem zickigen Gasofen waren die Ergebnisse schon ganz gut. Das ist eine gute Alternative zu dem Süßkram, den wir sonst essen würden - ob Fertigriegel, Kekse oder Gebäckstückchen.

Über den Camino de las Altas Cumbres

Nach langer Pause fahren überqueren wir dann den westlichen Teil des Gebirges. Der ist etwas höher und die Strasse wird “Camino de las Altas Cumbres”, der "Weg der hohen Gipfel”, genannt.

Vor dem Pass übernachten wir in Copina. In dem 10-Häuser Dörfchen ist eine Einrichtung der Remar, in der drogenabhängige Jugendliche geholfen wird. Wir zelten in der Nachbarschaft und bekommen heisses Wasser und dürfen die Toiletten benutzen. In der Einsamkeit soll den Jugendlichen wohl ein anderes Leben gezeigt werden. Sie renovieren mit am Haus, machen Sport, Angelausflüge und kochen selbst. Am nächsten Tag zeigt uns der Betreuer das Zicklein, das zum Abendessen geschlachtet werden soll.

Von Copina fahren wir ein Stück der alten Strasse. Das ist ein Schotterweg, der sich in Serpentinen und über einige Holzbrücken hochwindet. Wir fahren direkt in Wolken und Regen. Das ist nicht ungewöhnlich in der Gegend. Immerhin schneit es nicht wie noch kurz vorher zum Oktoberfest in Villa General Belgrano. An der neuen und asphaltierten Strasse angelangt, wärmen wir uns erstmal in einem Restaurant auf. Bei der Weiterfahrt kommt dann die Sonne raus. Die nächsten Regentropfen prasseln erst abends auf das Dach unserer Unterkunft.

Die liegt in Mina Clavera, das so schick rausgeputzt ist, wie bisher noch kein Ort auf unserer Reise. Geschenke- und Feinschmeckerläden reihen sich aneinander. Bei der Weiterfahrt stoppen wir am Museo Rocsen, einer kuriose Sammlung von fast allem.

Provinz San Luis

Nach Merlo und Carpinteró verlassen wir die Provinz Córdoba und kommen in die Provinz San Luis. Nach einem ebenen Stück auf der vierspurigen Hauptstrasse im Tal fahren wir auf einer beleuchteten, zweispurigen Strasse bis Renca. Es ist quasi eine Sackgasse, denn nach dem kleinen Ort geht es als Landstrasse weiter und in Renca selbst befindet sich: nichts. Ausser einem Campingplatz, der nach einer Überflutung nicht wieder hergerichtet wurde. Wir übernachten trotzdem dort. Es ist schön am Fluss und nicht weit zum Tante Emma Laden am Dorfplatz, wo es kühles Dunkelbier gibt. Die Geschichte hinter der Luxus-Zufahrt konnten wir nicht rausfinden.

Auch in San Luis geht es hügelig weiter. Nach Renca übernachten wir an einem schönen Stausee in der Nähe von La Toma. Der wird am Sonntagnachmittag intensiv von der Bevölkerung genutzt. Es wird gegrillt und laut Musik gehört- Auch das Motorrad wird fleissig hin und her bewegt. Am Abend kehrt endlich Ruhe ein und wir können erst bei einer Mate die Landschaft geniessen und uns dann für die Weiterfahrt ausschlafen.

Volle Aufmerksamkeit ist dann am Mittag gefordert. Auf dem Feldweg nach El Trapiche ist ein Fluss zu durchqueren. Diesmal ist er aber zum Durchfahren zu tief. Wir haben aber Glück und können durchwaten. Der Stausee bei El Trapiche ist nett, aber der Ort ist noch ein bisschen im Winterschlaf. Im Sommer ist das wohl anders, weshalb der Ort mit einer vierspurigen Strasse mit San Luis verbunden ist. Auf der fahren wir von Verkehr unbehelligt am nächsten Tag weiter, und ruhen uns in Pupys angenehmen Hostel für die Weiterfahrt nach Mendoza aus.

Totoral-SanLuis-500pts.gpx (650 km, 4 Wochen)